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Hintergrundwissen: Zum Duzen im Internet


A. Vorbemerkung


Diese Seite diente ursprünglich dem kurzen Belegen des Duzens als eine Internettradition. Dies tut sie auch noch heute, dient aber mittlerweile – und dies dabei zugleich auch als Kontext für das Duzen im Internet – als ein kurzer Überblick über Gebräuche des Duzens und Siezens generell.

Die Darstellung stellt dabei weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf unbedingte Auswahl "repräsentativer" Links und mag stellenweise beinahe stichwortartig bleiben, wenngleich ich natürlich hoffe, durch die gegebenen Links zu einem korrekten Verständnis des Phänomenes beizutragen.

Hinweis: Die Links in diesem Text sind externe Links (mehr zu solchen hier).


B. Einige Bemerkungen zum Duzen im Internet unter Berücksichtigung der allgemeinen Differenzierung zwischen "Du" und "Sie" im Deutschen


I. Einführung

1. Allgemeiner Grundsatz

Üblicherweise werden in Deutschland Erwachsene gesiezt.

Verwandte ebenso wie Freunde duzen sich heutzutage (mein Großvater und einer seiner jahrzehntelangen Freunde gingen aber erst nach Dekaden zum Du über).

Kinder und Jugendliche werden jedenfalls bis zum Ende der 10. Klasse geduzt. Danach hängt es letztlich von der Absprache mit dem Lehrer ab. Einige Lehrer fragen nicht, sondern siezen (Vorname plus Sie), andere richten sich nach den Wünschen der Schüler (was meist im Du gegenüber den Schülern [natürlich nicht umgekehrt, anders allerdings u. U. z. B. an diversen deutschen Auslandsschulen in Lateinamerika] resultieren dürfte).

Studenten duzen sich normalerweise untereinander (Gebräuche bestimmter Verbindungen einmal ausgenommen; aber selbst in einer zumindest früher eher konservativen Fakultät wie der juristischen erschien der Versuch eines Verbindungsstudenten zu siezen aus Sicht der Kommilitonen schon in den neunziger Jahren doch eher seltsam, während es bis zumindest Mitte der sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts nach Auskunft meines Vaters noch durchaus üblich war, bis man sich dann besser kannte).

Insgesamt ist anscheinend eine "Lockerung", insbesondere auch am Arbeitsplatz zu verzeichnen, s. z. B. auf dieser Seite. Der Duden rät allerdings nach wie vor dies.

Selten gibt es Zwischenformen: Meine Vermieterin in Berlin, eine ältere, sehr freundliche Dame, die mir mitunter sogar ein Stück kuchen ins Zimmer brachte (ich wohnte bei ihr während meines Studiums dort zur Untermiete) verwendete z. B. meinen Vornamen in Kombination mit "Sie". (Diese Form findet sich oft bei Lehrern der Jahrgangsstufen 11 bis 13 in der Schule, soweit sie nicht duzen; ich habe sie zudem auch in Situationen gefunden, wo Leute vielleicht normalerweise Bekannte vom Umfeld her duzen würden, sich aber vermutlich zurückhielten, weil sie wußten, daß es in der Kultur des Angesprochenen unüblich war, sich so leicht zu siezen gesehen, gesehen.)

Die Verwendung von z. B. "Frau XY" plus "Du" findet (oder fand?) sich dagegen eigentlich nur in manchen Kaufhäusern, ob auch in kleineren Geschäften, das habe ich nicht näher untersucht.

2. Im Internet

Im deutschsprachigen Internet dagegen herrscht bei direkterer Kommunikation traditionellerweise teilweise das "Du" vor.

II. Nachweise bzw. Links zu, Duzen im Internet


Im Folgenden einige Nachweise zum Thema, die mir bei einer kurzen Google-Suche aufgefallen sind.

Duzen im Internet [verschiedene interessante Erklärungsansätze]
Wieso duzen sich im Internet alle ?
Über das Duzen im Internet

(vgl. a. hier zum Thema "Duzen oder Siezen im Blog ?" mit weiteren interessanten Nachweisen auch allgemein zum Duzen auch in den Kommentaren, so etwa hier)

Für Firmen kann es auch eine Zielgruppenfrage sein:

- https://www.better-media.de/bmwp/2020/10/duzen-vs-siezen-der-kleine-kulturwandel/


III. Detailliertere Betrachtungen unter besonderer Berücksichtigung des Gebrauches im Internet


Eigentlich ist es –- im Deutschen, in anderen Sprachen kann das ganz anders sein  –  ja auch gar nicht nur im Internet so. Auch Buchautoren können Ihre Leser ("Du, lieber Leser...") duzen, und Gedichte tun dies auch oft.

Andererseits richtet sich dies auch nach der jeweiligen Zielgruppe der betreffenden Website oder des betreffenden Forums. In Gruppen in Businessnetzwerken z. B. würde ich wohl auch erst einmal Leute, die ich nicht näher kenne oder mit denen ich in keiner Gruppe, die außerhalb des jeweiligen Netzwerkes begründet wurde, vereint bin oder war, siezen oder jedenfalls erst einmal schauen, wie es die anderen Mitglieder oder Teilnehmer halten. Bei esoterischen oder spirituellen Websites dagegen mag man eher zum "Du" greifen – in diesen Kreisen neigt man vielleicht auch ohnehin ein bißchen eher dazu, sich zu duzen, als die Deutschen das vielleicht gesamtgesellschaftlich gesehen tun.


IV. Kritik an dem ausgeweiteten Gebrauch des Duzens

Insbesondere von konservativerer Seite wird eine ausgeweitete Verwendung des Du mitunter sehr kritisch gesehen. Ich selbst würde mich auch als kulturpolitisch konservativ sehen, doch teile ich diese Perspektive allenfalls bedingt. Sie ist aber grundsätzlich als solche [was nicht heißt, daß ich zwingend alle ihrer Ausgestaltungen und alle in Kommentaren dazu aufscheinenden Sichtweisen teilen würde, insofern ist keinesfalls davon auszugehen, daß ich alles, was in den nachstehenden Links gesagt wird, als Ansicht teilte] ebenfalls valide. Hier ein Artikel als Beispiel, bei dem auch die Leserkommentare teilweise recht leidenschaftlich sind:

- https://www.achgut.com/artikel/das_hygienekonzept_der_politisch_korrekten_sprache


V. Weitere Informationen

Sehr lesenswert zum ganzen Thema ist dieser informative Artikel:

- https://web.de/magazine/wissen/psychologie/deutschland-duzen-siezen-36290552

Da diese Seite auch von vielen Deutsch Lernenden gelesen wird, sei noch ein Hinweis erlaubt:

Niemals, auf überhaupt gar keinen Fall sollte man einen Polizisten duzen, selbst wenn dieser selber duzt
[außer natürlich, es wäre ein privates Gespräch und der Polizist wäre nicht als Amtsträger tätig, sondern als Freund, Nachbar etc. – dann gölten die allgemeinen Regeln, die ich aber jemandem, der nicht deutscher Mutterspracher ist, in solchen Fällen gleichwohl mit Vorsicht (lieber einfach das Thema direkt ansprechen, sei es gleich direkt mit dem Betroffenen, sei es erst über gemeinsame Bekannte oder Nachbarn) handzuhaben riete].
Sonst liefe man Gefahr, ungünstigenfalls wegen Beleidigung angezeigt zu werden – außer vielleicht, man ist ein alle und jeden duzender TV-Star:

- https://www.deutschlandfunkkultur.de/duzen-siezen-netiquette-social-media-100.html