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Informationen zur Typographie

I. Vorbemerkung

Die Möglichkeiten, die mit der Schreibmaschine aufkamen und insbesondere diejenige, die die Textverarbeitung am Computer bieten sowie eine gewisse Tendenz mancher zum Self-Publishing und auch die Tendenz, daß manche Artikel nicht immer oder nicht immer perfekt lektoriert werden, legen die Beschäftigung des einzelnen mit Fragen der Typographie näher.

Für mich (A. M.) begann sich die Frage zu stellen, als ich überlegte, ob zwischen letztem Wort und Ausrufungs- oder Fragezeichen im Deutschen eigentlich ein Punkt zu setzen sei. Dabei habe ich u. a. auf einer Mailingliste Erkundigungen eingezogen. Einige Ergebnisse meines Versuches, eine Übersicht zu gewinnen, stelle ich im folgenden dar.

Die Antwort auf die zuvor genannte Frage lautet wohl "nein". Im Deutschen werden anscheinend grundsätzlich, abgesehen von dem Gedankenstrich und u. U. – ich müßte mich über die genaue diesbezügliche Regel noch näher informieren – dem Fall der Auslassungszeichen, keine Leerzeichen vor einem Satzzeichen gesetzt

Auch in fast allen anderen europäische Sprachen bis auf das Französische [Dort hatte das mit der alten Satztechnik zu tun, bei der man bei kursiven Schriftarten anscheinend die Abstände zu den abschließenden Satzzeichen verlängern mußte.] dürften da keine Leerzeichen gesetzt werden.

Dagegen findet man solche Leerzeichen teilweise in Drucken der frühen Neuzeit (wo aber die Leute, vielleicht etwas übertrieben gesagt, ohnehin eher taten, was sie wollten).


Generell begründen sich die Regeln wohl auf Tradition, Konvention, Lesbarkeit und DIN 5008.
Interessanterweise verfahren auch viele Handschriften ähnlich wie die gedruckten Werke.
Die maßgeblichen Leute (Setzer ...) dürften damals die Regeln gekannt haben, erst durch die obenangesprochene Entwicklung konnten ja auch Laien ihre Texte direkt gedruckt unter die Menschen bringen - damit mögen auch die "Vielfalt" bzw. - eher wohl ? - Regelverstöße steigen.

Ich habe allerdings auch schon einmal den Hinweis gefunden, ein halbes o. ä. Leerzeichen könne vor Ausrufungs- oder Fragezeichen schöner aussehen.

Naturwissenschaftler benutzen übrigens anscheinend oft LaTex mit seinem technisch definierten Schriftformsatz. Bei diesem gibt es anscheinend drei oder vier verschieden große Standardleerzeichen.

Zu einer Erläuterung, wie man das Leerzeichen auf dem Mac verkleinert siehe hier und hier.
Zum Abstand zwischen Buchstaben allgemein (Kerning) siehe hier bzw. hier.

Generell sollte man bei den gängigen Textverarbeitungsprogrammen sich nicht unbesehen darauf verlassen, daß die Satzzeichen, z. B. die Anführungszeichen typographisch korrekt gesetzt bzw. die typographisch für die eingestellte Sprache korrekten Varianten gewählt werden. Am besten: nachprüfen.

Ich als Mac-Fan benutze natürlich Pages.

Am Rande: Manche Autoren nehmen sich natürlich künstlerische Freiheit mit den Satzzeichen, etwa in den Büchern von ARno Schmidt, der davon exzessiven Gebrauch macht, um mit einer Satzzeichenfolge eine Handlung zu beschreiben.


II. Weiterführende Hinweise

Hier sind einige vielleicht hilfreiche Buchtitel und Links, wobei die Aufnahme in die Liste nicht notwendigerweise unsere Übereinstimmung mit allen dort gegebenen Regeln bedeutet.

1. "Erste Hilfe"

Hans Peter Willberg und Friedrich Forssmann:
Erste Hilfe in Typografie: Ratgeber für Gestaltung und Umgang mit Schrift. Mainz: Schmidt 1999. [Sehr geeignet und gedacht für nicht Fachkundige.]

Eine praktische und kostenlose Übersicht bietet Cleverprinting mit seinen 12 goldenen Regeln ("Clevere Typografie macht Spaß").

Zur einschlägigen DIN-Norm 5008 vgl. b. Bedarf hier.



2. Im einzelnen

a. Generell

Friedrich Forssman und Ralf de Jong: Detailtypografie: Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz. Mainz: Schmidt 4. Auflage 2004.

Christopher Bier: typokurz – Einige wichtige typografische Regeln

Gabriele Graefen: Schriftsprache Deutsch. LEHRGANG (nicht nur) FÜR AUSLÄNDISCHE STUDIERENDE  AN DEUTSCHEN HOCHSCHULEN.


b. Einzelne Fragen und Zeichen

Typefacts. Hinweise mit Tastaturkürzeln für Mac und Windows, z. B. zu Binde- und Gedankenstrichen.

Zu diesen (dazu auch hier und hier, vgl. a. hier) und zu Anführungszeichen auch hier.

Zu Auslassungszeichen hier.

Zum geschützen Leerzeichen s. etwa den Wikipedia-Artikel (mit Tastaturkürzeln), inkl. Diskussionsseite, falls er gerade korrekt ist. Zu Leerräumen allgemein vgl. hier.

Teilweise kann auch hilfreich sein, sich – unter der Voraussetzung, daß die aktuelle Artikelversion stimmt und zur Sicherheit unter Berücksichtigung des jeweiligen Diskussionsverlaufs – diesen Wikipedia-Artikel auf den Bildschirm zu holen und die Zeichen aus dem für die Sprache jeweils gültigen Artikel einfach herauszukopieren, so etwa bei Anführungszeichen,  da es gerade bei diesen größere Unterschiede zwischen den jeweiligen Sprachen geben kann, und bei z. B. Apostrophen und Auslassungspunkten (ein eigenes Zeichen auf der Tastatur, auf meinem Mac z. B. option + ".").

Zum Zitieren vgl. etwa Torsten Rox: Korrektes Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten.

Vgl. zum Ansprechen der einzelnen Zeichen a. jeweils das Benutzerhandbuch des verwendeten Programmes.



3. (Weitere) Links

http://www.typografie.info

Typographisches Archiv: http://www.bibliothek.germanistik.rwth-aachen.de/archiv.html zu (auch weiteren) Einzelthemen

Bei Interesse ferner:

http://www.journal-fuer-druckgeschichte.de

Speziell zur Webtypographie siehe auch etwa:
http://webdesign.crissov.de/Typographie
http://www.farfromfearless.com/2008/01/18/wordpress-theme-design-part-2-typography/




© 2012. Version 1.0 v. 25. 8. 2012.

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